16.04.2018  >>  THE ECONOMIST

The Economist kündigt „Open Future”-Initiative an

Plädoyer für seine Gründungsprinzipien in Zeiten von Populismus & wachsendem Autoritarismus/Redaktionell getriebene Initiative mit 5 Schwerpunktthemen startet mit Online-Debatte über „No-Platforming“ & Redefreiheit an Universitäten

London, 16. April 2018 - The Economist, bekannt für Analysen zum internationalen Wirtschafts- und Weltgeschehen, kündigte heute den Start von „Open Future" an. Die redaktionell getriebene Initiative (www.economist.com/openfuture) hat sich zum Ziel gesetzt, The Economist's Gründungsprinzipien des klassischen britischen Liberalismus, die im gegenwärtigen politischen Klima des Populismus und Autoritarismus von allen Seiten in Frage gestellt werden, zu erneuern.

„Obwohl sich die Welt dramatisch verändert hat, seit James Wilson The Economist gegründet hat, um gegen die ‚Corn Laws‘ zu kämpfen, ist der Liberalismus, für den wir uns seit 1843 einsetzen, so wichtig und relevant wie eh und je", sagte Zanny Minton Beddoes, Chefredakteurin von The Economist.  „Doch die Kernprinzipien dieses Liberalismus - der Glaube an freie Märkte und offene Gesellschaften - stoßen heute auf größeren Widerstand als noch vor vielen Jahren. Von der Globalisierung bis zur Redefreiheit werden grundlegende Elemente des liberalen Credo von rechts und links angegriffen."

Die Inhalte „Open Future" werden rund um fünf Themenkomplexe entwickelt und organisiert: Open Society (Vielfalt und individuelle Rechte versus Gruppenrechte), Open Borders (Migration), Open Markets (Handel, Märkte, Steuern und die Reform des Sozialsystems), Open Ideas (freie Meinungsäußerung) und Open Progress (Auswirkungen und Regulierung von Technologie). Zusätzlich zu den Inhalten der The Economist Redaktion wird der Open Future Hub auch Kommentare von externen Autoren enthalten, auch von solchen mit abweichenden Ansichten.

Die Initiative startet mit einer Debatte zwischen Larry Summers und Evan Smith über „No-Platforming“ – jemandem die Möglichkeit zu verweigern, seine Überzeugungen öffentlich bekannt zu geben, weil sie als gefährlich oder inakzeptabel erachtet werden –  und die Redefreiheit an Universitäten. Larry Summers ist Professor an der Charles W. Eliot University und emeritierter Präsident der Harvard University. Er war Finanzminister von Präsident Clinton und Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats von Präsident Barack Obama. Evan Smith ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Geschichte an der Flinders University in Adelaide, Australien und schreibt ein Buch über die Geschichte des „No-Platforming“.

Ein Sonderbericht von Chefredakteurin Zanny Minton Beddoes über die Zukunft des Liberalismus erscheint in der Ausgabe vom 15. September zum 175-jährigen Bestehen der Zeitung. Zeitgleich wird The Economist im September das Open Future Festival veranstalten, das gleichzeitig in Hongkong, London und New York stattfindet. Außerdem wird es einen Open Future Essay-Wettbewerb für Jugendliche geben, Umfragen und andere Datenvisualisierungen, Podcasts, Social-Media-Programme und neue Videos von Economist Films.