05.01.2018  >>  THE ECONOMIST

Neuer Technology Quarterly Report von The Economist befasst sich mit den Schnittstellen zwischen Gehirn und Computer

Brain-Computer Interfaces (BCI) haben das Potenzial zu verändern, was es bedeutet, Mensch zu sein

London, 05. Januar 2018 - Brain-Computer Interfaces (BCIs) öffnen Kommunikationskanäle zwischen Geist und Maschine und haben bereits bemerkenswerte Dinge erreicht, sagt Andrew Palmer, Business Affairs Redakteur von The Economist und Autor des Technology Quarterly Reports über Gehirne und Maschinen. Der Bericht, der in der Ausgabe vom 7. Januar von The Economist und online unter www.economist.com veröffentlicht wird, bewertet die neuesten Forschungsergebnisse zu BCIs und misst die Kluft zwischen der heutigen Realität und den Ambitionen der Visionäre der Neurotechnologie.

Die BCI-Technologie wurde bereits in Form von Implantaten in den Gehirnen gelähmter Menschen eingesetzt. Sie helfen ihnen dabei, Armprothesen zu kontrollieren, Cursor zu bewegen und sogar ihre eigenen Gliedmaßen wiederzubeleben. Jetzt nimmt das Tempo der BCI-Forschung und das Ausmaß ihrer Ambitionen zu. Amerikas Streitkräfte sind bestrebt, bessere Implantate zu bauen. Und Silicon Valley beginnt, sich auf diese Technologien zu konzentrieren. Facebook arbeitet an der gedankengesteuerten Texteingabe. Kernel, gegründet vom Unternehmer Bryan Johnson, hat 100 Millionen Dollar zur Verfügung, die es für Neurotechnologie ausgeben kann. Elon Musk hat eine Firma namens Neuralink gegründet, in der Hoffnung, die menschliche Intelligenz zu verbessern, um das Aufkommen der künstlichen Intelligenz zu überleben.

Diese Unternehmer stellen sich eine Welt vor, in der Menschen telepathisch kommunizieren können, miteinander und mit Maschinen, oder in der sie Dinge tun können, die derzeit nicht möglich sind, wie z.B. das Hören von sehr hohen Frequenzen. Der Report von The Economist stellt jedoch fest, dass drei gewaltige Hindernisse im Weg stehen:

Technologisch:

  • Nichtinvasive Lesemethoden des Gehirns sind nicht in der Lage, hochauflösende Signale zu liefern
  • Aktuelle invasive Implantate bergen Infektionsgefahren, da die Drähte durch die Kopfhaut verlaufen
  • Vorhandene Implantate interagieren nur mit einer kleinen Anzahl von Neuronen

 

Wissenschaftlich:

  • Wissenschaftler wissen immer noch nicht genau, wie das Gehirn funktioniert
  • Experimente am Menschen sind aus regulatorischen und anderen Gründen nur schwer durchführbar

 

Kommerziell:

  • Es braucht Zeit, Geld und Sachverstand, um die Zulassung von Medizinprodukten zu erhalten
  • Kommerzielle Anwendungen werden nur dann starten, wenn sie offensichtlich nützlich sind
  • Wenn keine dringende Behandlung erforderlich ist, werden die Verbraucher sich gegen die Idee der Implantate wehren

Der Report von The Economist befasst sich mit den Bemühungen, die derzeit unternommen werden, um die Hirnaktivität zu lesen und zu stimulieren, sowohl invasiv als auch nicht-invasiv. Er erörtert die praktischen und ethischen Schwierigkeiten, die damit verbunden sind, die Neurotechnologie aus dem Labor in klinische und verbraucherorientierte Anwendungen zu verlagern. Die Lösung dieser Probleme erfordert viel Zeit und Mühe. Dennoch wird ein großer Sprung nach vorn für Brain-Computer-Interfaces immer wahrscheinlicher, argumentiert Andrew Palmer.

Sie können den Report hier und auf www.economist.com lesen.